Dachabdichtung: Verkleben und Reparieren von (Flach-)Dächern
1. Dachtypen
Die Hauptfunktion eines Daches besteht darin, ein Gebäude oder den darunterliegenden Raum vor dem Eindringen von Wasser zu schützen. Bei der Wahl des richtigen Dachtyps ist es von entscheidender Bedeutung, das Risiko von Undichtigkeiten und den daraus entstehenden Schäden auf ein Minimum zu reduzieren. Neben der Gewährleistung der Wasserdichtheit eines Daches spielen verschiedene weitere Aspekte eine Rolle, wie Dämmung, Sicherheit (beispielsweise Brandschutz), Umweltauswirkungen, technische Möglichkeiten und Einschränkungen, ästhetische Präferenzen, die spezifische Nutzung des Daches, die Einhaltung von Vorschriften, budgetäre Überlegungen und die Förderung nachhaltigen Bauens.
Steildach
Ein Steildach wird wasserdicht gemacht, indem das Dach mit einer fragmentierten Schicht aus diskontinuierlichen Materialien (Dachziegeln und Schieferplatten) eingedeckt wird, die sich überlappen. Die Dachdämmung kann an der Außen- oder Innenseite der Dachkonstruktion angebracht werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Dachboden zu dämmen.




Flachdach
Ein Flachdach wird mit einer durchgehenden wasserdichten Membran abgedichtet und muss nicht zwangsläufig vollständig horizontal sein, sondern kann auch eine – sogar starke – Neigung aufweisen. Es wird empfohlen, jedes Flachdach mit einer Gefälleschicht mit ausreichender Neigung (± 2 %) auszuführen, damit das Wasser zum Entwässerungspunkt abgeleitet werden kann.
Bei einem Flachdach wird die Dachdämmung nach dem Anbringen einer Dampfsperre wie folgt verlegt:
- Die am häufigsten verwendete und empfohlene Ausführung ist das Warmdach. Dabei wird die Dämmung an der Außenseite der Dachkonstruktion angebracht.
- Beim Kaltdach befindet sich die Dämmung unterhalb der Dachkonstruktion. Diese Ausführung wird nicht mehr empfohlen.
- Beim Umkehrdach wird die Dämmung lose auf einer Abdichtungsschicht verlegt. Eine Dampfsperre ist dabei nicht erforderlich, da diese Funktion von der Abdichtungsschicht übernommen wird. Auf der Dämmung muss eine Auflastschicht angebracht werden.
Die Abdichtung eines Flachdaches erfolgt mit einer durchgehenden wasserdichten Membran aus bituminösen, synthetischen, flüssigen oder metallischen Materialien.
- Bituminöse Dachabdichtungen werden in einer oder mehreren Lagen aus Polymerbitumen (APP oder SBS) ausgeführt und sind stets mit Glasvlies oder Polyester verstärkt. Als Unterlage kann gegebenenfalls oxidiertes Bitumen verwendet werden.
- Synthetische Abdichtungen werden einlagig ausgeführt und basieren auf Elastomeren (EPDM), thermoplastischen Elastomeren (TPE) oder Plastomeren (PVC). Sie können mit oder ohne Verstärkung und/oder Kaschierung auf der Unterseite der Abdichtungsschicht ausgeführt werden.
- Darüber hinaus können flüssige Abdichtungen (PU, SMP, ...) oder metallische Dachabdichtungen verwendet werden.
2. Flachdach mit Bitumen abdichten
Anbringen der Dämmung auf einem Warmdach
Mit Parafoam Panelglue NBS wird eine effektive Lösung zum Verkleben von Dämmplatten geboten, insbesondere bei Anwendungen wie der Ausführung eines Warmdachs. Durch das feste Verkleben der Dämmschicht wird das Risiko von Rissen, Beschädigungen und möglichen Undichtigkeiten deutlich reduziert. Dadurch bleibt die Dachkonstruktion unter der Dämmschicht geschützt, was zu einer dauerhaften und zuverlässigen Ausführung beiträgt. Weitere Informationen zum Auftragen von selbstklebendem Schaum auf Dämmplatten.
Neben ihrer Schutzfunktion gegen Risse und Undichtigkeiten dient die Dämmschicht als Wärmepuffer und trägt dadurch zur Energieeinsparung bei. Die Aufnahme der Sonnenwärme während des Tages und deren Abgabe nach Sonnenuntergang tragen zu einer effizienteren Energienutzung bei.
Bei der Installation der Dämmschicht ist das Anbringen einer Dampfsperre auf der Gefälleschicht von entscheidender Bedeutung. Diese Dampfsperre verhindert, dass Kondensationsfeuchtigkeit in das Dämmmaterial eindringt, und unterstützt dadurch die Dauerhaftigkeit und Wirksamkeit der Dämmschicht. Für die Befestigung der Dämmung werden üblicherweise synthetische Kaltklebstoffe wie 1K-PU, 2K-PU oder bituminöse Kaltklebstoffe verwendet.
Da die wasserdichte Deckschicht auf der Dämmung angebracht wird, spielt Parafoam Panelglue NBS eine wesentliche Rolle bei der Gewährleistung einer zuverlässigen und dauerhaften Verlegung der Dämmplatten.
Weitere Informationen dazu, wie Sie die Dämmung auf Ihrem Dach anbringen, finden Sie hier.


Primer auf den Untergrund auftragen
Beim Anbringen einer Dampfsperre oder einer bituminösen Abdichtungsschicht gibt es Situationen, in denen die Anwendung eines Haftprimers auf dem Untergrund dringend empfohlen wird. Dies gilt insbesondere für stark saugende oder ungleichmäßig saugende Untergründe sowie für brüchige oder staubige Untergründe.
Hier kommt Pararoof Quick Primer zum Einsatz. Dieser Primer spielt eine wesentliche Rolle, indem er den Untergrund aktiviert und ihn dadurch optimal auf das Aufbringen der bituminösen Abdichtungsschicht vorbereitet.
Kaltverklebung von Dachbahnen
Eine bituminöse Abdichtung eines Flachdachs besteht aus einer oder mehreren Abdichtungslagen, wobei die oberste Lage aus Polymerbitumen mit einer Polyesterverstärkung besteht. Die Decklage muss über einen Eignungsnachweis für den vorgesehenen Verwendungszweck verfügen. Die bituminöse Abdichtung kann beispielsweise durch Verschweißen mit offener Flamme befestigt werden. Eine einfache und brandsichere Alternative ist jedoch die Verwendung eines bituminösen Kaltklebstoffs wie Pararoof Cold Glue, mit dem die Decklage auf dem Untergrund verklebt wird.
3. Bituminöses Flachdach mit einer Dachbeschichtung schützen


Reflektierende Dachbeschichtung
Obwohl Bitumendachbahnen viele Vorteile bieten, ist es wichtig zu wissen, dass Bitumen von Natur aus weniger beständig gegen UV-Strahlung ist. Dies kann im Laufe der Zeit zu einer Schädigung der Bitumenschicht führen und dadurch das Risiko von Undichtigkeiten erhöhen. Um Bitumen zusätzliche vorteilhafte Eigenschaften zu verleihen, werden Polymere zugesetzt.
Das Aufbringen einer reflektierenden Beschichtung wie Pararoof Reflex auf bituminöse Dachabdichtungen ist ein innovativer Ansatz zum Schutz von Flachdächern. Diese Art von Dachbeschichtung schützt nicht nur die darunterliegende Bitumenschicht, sondern bietet auch zusätzliche Vorteile.
Durch die effiziente Reflexion des Sonnenlichts wird die Erwärmung des Daches deutlich reduziert, wodurch der Kühlbedarf während der Sommermonate sinkt. Darüber hinaus sorgen die verbesserten Leistungen von Solarmodulen auf solchen Dächern für eine bemerkenswerte Effizienzsteigerung von bis zu 15 %, während gleichzeitig die Lebensdauer von Photovoltaikanlagen verlängert wird. Dies führt zu einer höheren Energieerzeugung und langfristig zu erheblichen Kosteneinsparungen.
4. Bituminöses Flachdach renovieren
Sollten trotz der Schutzmaßnahmen am bituminösen Dach Verschleißerscheinungen und/oder Blasen auftreten, muss das Dach instand gesetzt werden, um seine Lebensdauer zu verlängern. Eine erste Möglichkeit besteht darin, eine Renovierungsschicht aufzutragen, die eine pflegende und reparierende Funktion hat. Ist der Verschleiß bereits zu weit fortgeschritten, muss eine zusätzliche Bitumenschicht aufgebracht werden. In beiden Fällen ist die Vorgehensweise gleich:
- Reinigen Sie die bestehende Oberfläche, sodass sie sauber und eben ist.
- Reparieren Sie Blasen, indem Sie diese aufschneiden, trocknen und wieder verkleben. Reparieren Sie mögliche Risse und Spalten mit Pararoof Super.
- Tragen Sie einen bituminösen Primer auf: Pararoof Quick Primer.
- Tragen Sie eine Renovierungsschicht mit Pararoof Renovation oder eine neue bituminöse Schicht auf und dichten Sie diese mit Pararoof Bitumen oder Pararoof Super ab.
Falls noch keine Dämmschicht vorhanden ist, kann diese im Zuge der Renovierung des Flachdachs nachträglich eingebaut werden (Umkehrdach-Methode).




5. Dachabschluss
Nach dem Aufbringen einer wasserdichten Schicht auf einem Flachdach oder der Verlegung einer Dacheindeckung auf einem Steildach ist eine sorgfältige Detailausführung von entscheidender Bedeutung. Eine unsachgemäße Ausführung oder Vernachlässigung von Nähten, Fugen und Übergängen zwischen Materialien auf dem Dach sowie von Dachdetails kann zu Undichtigkeiten und Feuchtigkeitsproblemen führen.
In diesem Zusammenhang spielen verschiedene Produkte eine wesentliche Rolle bei der Herstellung wasserdichter und dauerhafter Ausführungen komplexer Dachdetails:
- Pararoof Seal: Dieses Produkt ermöglicht eine schnelle und wasserdichte Ausführung komplexer Dachdetails wie Aufkantungen, Lichtkuppeln, Lichtbändern, Dachrinnen und Schornsteinen.
- Geotextile: Dient als verstärkende Beschichtung bei Rissen, Fugen und Kanten und sorgt dadurch für zusätzliche Dauerhaftigkeit und Stabilität.
- Parasilico EPDM: Wird zum Verkleben und Ausarbeiten von EPDM-Abdichtungen verwendet und trägt zu einer zuverlässigen und dauerhaften Abdichtung bei.
- Parasilico Lead: Ideal für die ästhetische Ausführung aller Bleikomponenten an Dach und Fassade, wobei sowohl eine ansprechende Optik als auch die Funktionalität gewährleistet werden.
- Pararoof Bitumen: Dieses Produkt eignet sich für die Reparatur bituminöser Dächer sowie für die wasserdichte Detailausführung von Fugen, Nähten, Dachrandabschlüssen, Lichtkuppeln und Regenwasserabläufen.
- Parabond Zinc: Entwickelt zum Verkleben, Montieren und Ausarbeiten von Dachrinnen, Firstziegeln, Zinkblechen, Abdeckprofilen und Notüberständen, um eine hochwertige und wasserdichte Ausführung zu gewährleisten.
- Paracol Tuile: Dieses Produkt wird zum flexiblen Verkleben von Hohldachziegeln untereinander, auf Holzlatten und Faserzementplatten sowie für Dichtungsfugen zwischen Bauelementen verwendet.
Diese Produkte bieten technische Kompetenz und hochwertige Lösungen für wasserdichte und dauerhafte Ausführungen, wobei komplexe Dachdetails wirksam vor Undichtigkeiten und Feuchtigkeitsproblemen geschützt werden.




Weitere Informationen zu den verschiedenen Anwendungsmethoden und zur Auswahl unserer Produkte finden Sie in unserer Broschüre zur Dachabdichtung.
Die spezifische Vorgehensweise und die Richtlinien für jedes Produkt können Sie den technischen Datenblättern entnehmen, die Sie auf der jeweiligen Produktseite finden. Sehen Sie sich auch die häufig gestellten Fragen zu dieser Anwendung an.



















